Texteingabe auf Touchscreens

aus Nomads, der freien Wissensdatenbank

Handschrifterkennung und Soft-Keyboards für PDAs (und TabletPCs)

Siehe auch PDAtipps

Inhaltsverzeichnis

Grundsätzliches

Eine Texteingabesystem auf einem PDA muss zunächst ein paar Grundbedingungen berücksichtigen:

  • Stifthaltung: man kann den den Stift nur über einen sehr kleinen Bereich (ca 2-3 cm) schnell und genau führen, ansonsten muss man das Handgelenk umpositionieren, das dauert ein paar Millisekunden, je nachdem, welche Möglichkeiten man zur Abstützung des Handgelenkes findet, was komplizierter ist als man zunächst vermutet. Optimal ist das Ablegen des Unterarmes auf dem rechten Bein, den PDA in der linken Hand knapp darunter haltend, dann kann man das Handgelenk bequem auflegen und beliebig umpositionieren. Am entspanntesten arbeitet man, wenn man das Bein auf einen Stuhl stellt und sich zurücklehnt. Ein auf dem Tisch flach liegender PDA ist für eine optimale Stiftbedienung etwas hoch und gibt keinen optimalen Einblick, aufgestellt findet man nicht für alle Positionen eine ermüdungsfreie Handhaltung, besser geht es, wenn man den PDA zur Hand hin kippt. Man muss ihn auch immer gut festhalten, damit er durch den Stylus-Druck nicht wegrutscht. Mit links den Hörer halten und mit rechts Notizen mit dem PDA machen ist also schwierig. Ohne Beinauflage halte ich den PDA mit links und stütze die rechte Hand mit Mittel und Ringfinger gegen Verwackeln ab. Das geht nur im Portait Modus und man erreicht trotzdem bestimmte Bildbereich schlechter, z.B. Süd-Ost ist schwierig. Im Landscape Mode kann man weite Teile des Bildschirms gar nicht auf diese Weise abstützen, dafür sind die Finger zu kurz. Dann stütze ich die rechte Hand mit dem kleine Finger ab, das kann man aber nicht lange ohne Fingerkrampf machen. Dabei sollte der Ellenbogen oder Unterarm aufliegen (z.B. auf dem Tisch). Im im Stehen, also nur mit angelehntem Ellenbogen, wird die präzise Eingabe schon wackelig. Man kann natürlich auch ohne Abstützen des Handgelenkes bzw. Unterarme einen Touchscreen zügig bedienen - allerdings nicht in den Geschwindigkei mittleres Fingegelenk aktiv) und NW-SO ist selten - hierfür müssen 4 Gelenke (2xFinger, Daumen, Handbasis) koordiniert werden. Am besten versteht man das durch einen Selbsttest: einfach mal mit einem Kts- und Genauigkeitsregionen, die im folgenden diskutiert werden.
  • Biomechanik: interessant ist in diesem Zusammenhang, das bestimmte Bewegungen der Hand leichter fallen als andere. So hat unsere Handschrift nicht umsonst viele Auf-/Ab-Bewegungen (zum Test mal mit dem Kugelschreiber ein 2x2 cm Quadrat ausschraffieren). S-N ausgerichtete Bewegungen sind etwa doppelt so schnell wie NO-SW ausgerichtete. Wegen dieser besseren Vertikalbeweglichkeit drehen "Profi-Querty-Tipper" ihren PDA, um die ständigen Links-Rechts-Wechsel dieses Layouts zu kompensieren.
  • Schreibgeschwindigkei: Grundsätzlich kann die PDA-Handschrift auch nur so schnell sein wie Handschrift auf Papier - damit erreicht man, wenn es lesbar bleiben soll, ca 30 WpM. Auf einem TabletPC klappt dies schon recht gut - aber immer nur bei bekannten Wörtern. Mit einem guten Soft-Keyboard kommt man ebenfells auf etwa 30 WpM – und mit viel Übung sind sogar >40 WpM drin (siehe nachfolgend).
  • Knopftasten: Folgende Tabelle der Tippgeschwindigkeiten berichtet von 20 WPM für Soft-Keyboard gegenüber 15 bis maximal 40 WpM für "Knopftasten" - je nach Qualität der Tasten, die hier bei den "Communicator"-Modellen fast Schreibmaschinenqualität erreichen. Diese 20 WpM beziehen sich aber auf ein Soft-Keyboard im für Stiftbedienung ungeeigneten Querty-Layout und ohne Slides. Allein die 3 Slides: Shift, Space und Delete bringen aber ca. 30% Performancegewinn, und Layouts wie Fitaly noch einmal soviel. Mit einem guten Soft-Keyboards und etwas Übung ist man daher normalerweise schneller als mit (einfachen) Knopftasten.
  • Lernaufwand: Während das Erlernen von Querty auf Tasten Monate dauert, lässt sich ein Soft-Layout innerhalb weniger Stunden erlernen. Vermutlich weil man dabei nicht mehrere Finger koordinieren muss und das Auge weniger wandern muss. Mit Fitaly war ich jedenfalls nach wenigen Minuten Eingewöhnung bereits schneller als mit Querty.
  • On-Screen Thumb-Keyboards: allerdings funktionieren Soft-Keyboards schlecht in "schüttelnden" Umgebungen (z.B. U-Bahn-Fahrt). Hier sind aber On-Screen Daumen Soft-Keyboards eine Alternative mit vergleichbarer Tippgeschwindigkeit (bis 80 WpM wurden verzeichnet). entscheidend sind hier: Visuelles Feedback, Zeichen erst bei Abheben generieren, schnelle Korrekturmöglichkeit und Wörterbuch Abgleich. Die Alternative von Apple, im iPhone ganz auf Fingerbedienung umzusteigen, hat Vorzüge für On-The-Fly Bedienung, da man den Stift nicht erst rausfummeln muss. Grundsätzlich erlaubt der Stift aber eine Vielfalt von gezielteren Steuerkommandos. Leider wird der Stylus von WinMobile Software bisher meist nur zum Auswählen also quasi Mausersatz genutzt - hier liegt aber noch viel Potential brach.
  • Editiermodus: oft dienen Stiftbewegungen der Steuerung des Cursors. Zusätzlich müssen im Editiermodus bestimmte Gesten (Pen Flicks) erkannt werden. Und häufig müssen Einzelzeichen bzw. Wörter/Wortteile eingegeben werden, die so nicht in einem Wörterbuch stehen. Dazu sollten die verschiedenen Möglichkeiten zur Eingabe und Gestensteuerung kombinierbar sein.

Ein PDA wird jedenfalls erst dann wirklich attraktiv für Emails, Textverarbeitung und Chats wenn damit Eingaben in verträglicher Geschwindigkeit möglich sind. Die typische "Frustrationsgrenze" liegt bei 30 WpM - das sind ca. 150 Anschläge/min. Zum Vergleich: Geübte Schreibmaschinentipper erreichen um 40-60 WpM, der Weltrekord liegt bei kurzfristig 150 WpM, Peak-Sequenzen gehen bis 210 WpM. Gesprochene Sprache liegt bei 150-200 WpM.

Handschrifterkennung

PhatWare CalliGrapher

Handwriting recognition software von Phadware - $29.95 + German Language Pack $14.95 - etwas besser als Transcriber aber nicht bahnbrechend. Bei fließendem Text - man muss sich etwas um schönes Schriftbild bemühen - erreiche ich knapp meine Papier-Geschwindigkeit (rund 30 WpM). Die Umsetzung von Handschrift in Text bei diesem Speed ist zunächst sehr faszinierend. Leider erfordert das spezielle Haltung wie eingangs beschrieben (Unterarme auf den Beinen abstützen, auf dem Tisch geht das kaum, Freihändig sowieso nicht). Die Erkennung steht und fällt mit dem Wörterbuch. Ohne solchen Abgleich ist sie zu schlecht. Wenn man sich an häufige Wörter hält, klappt es zufriedenstellend, je seltener die Wörter sind, umso mehr wachsen offenbar die Erkennungsschwierigkeiten. Das deutsche Language Pack enthält auch nicht allzu viele Wörter, man kann aber Texte importieren. Auf Englisch läuft die Erkennung jedenfalls etwas besser - ich vermute das ist auch ein grundsätzliches Problem der deutschen Grammatik und der zusammengesetzten Wörter.

Jedenfalls hat man pro Satz im Schnitt 5-10 Erkennungsfehler auch bei "Schönschrift". Calligrapher hat mit dem "Write Pad" auch einen dedizierten Eingabebereich, der benötigt aber wieder Bildschirmfläche. Für die Erkennungsgüte brachte es nichts. Phadware's "Write Anywhere" und "Write Pad" haben einige Korrekturfunktionen, allerdings mit Schwächen. Die Wort-/Korrekturvorschläge enthalten das gewünschte Wort meistens nicht (sonst wäre es wohl erkannt worden). Zu korrigierende Einzelbuchstaben kann man im Korrekturmodus einzeichnen oder über die integrierte Soft-Tastatur eingeben. Diese zeigt auch sehr hübsch die Wortvervollständigungen in einer Extra Zeile an, so dass man diese schnell erreichen kann. Insgesamt also schon gut durchdacht - leider hat die Tastatur zu kleine Tasten und ist daher nicht die erste Wahl. Und insgesamt ist die Erkennungsrate bei Handschrift zu gering. Es bleibt also mehr eine Technologiestudie als wirklich effektiv, ist aber bereits auf gutem Weg.

Decuma OnSpot

erlaubt die Eingabe von Druckbuchstaben, die einzeln erkannt werden und direkt editierbar sind. Sehr schöne Umsetzung der Korrekturmöglichkeiten mit Gesten und visuellem Feedback, allerdings beschränkt auf einzelne Zeichen und daher nicht besonders schnell. Die getestete Version 3.0 unterstützt leider kein VGA.

Soft-Keyboards

MessagEase

Neuartige Tastatur mit Touch and Slide für alle Tasten. Geschwindigkeitsvorteil entsteht durch die kurzen Wege, die der Stylus dabei zurücklegt. Soll bis zu 50 WpM erreichen, in Konkurrenz zu SpeedScript oder Fitaly schneidet es dennoch nachrangig ab. Für PPC + Windows erhältlich, auch als vergrößerte Version für Fingereingabe. Etwas langwierig zu erlernen. Vorteil ist weniger die Schreibgeschwindigkeit als der geringe Platzbedarf und die geringe Fehleranfälligkeit. Das fehlende visuelle Feedback ist aber häufiger Kritikpunkt.

Mit der Version 4.0 für TabletPC vom August 2007 hat das Programm eine Visualisierung der Slides erhalten, sowie zahlreiche Language Packs, die Umlaute und andere länderspezifische Zeichen nachrüsten (sowie etwas anderer Tastebelegung). Leider gibt es die deutsche Version (noch?) nicht für PPCs. Die Gestenerkennung unter Vista sollte man zur schnellen Umsetzung der Slides unbedingt abschalten.

SpeedScript

Schnellere Texteingabe durch Vokaleinblendung nach Konsonanten und damit der Möglichkeit Bigramme (2 Buchstaben) mit einem "Slide" einzugeben. Kostet €9,90. Soll angeblich etwa doppelt so schnell sein, wie die virtuelle Querty-Standardtastatur und bis zu 80 WpM erreichen, d.h. so schnell wie (ein Profi) mit einer Real-Tastatur. Das Schreiben damit erfordert allerdings höllische Konzentration und sicher einige Wochen Eingewöhnung. Es gibt auch eine Quertz-Version, bei der man etwas weniger Eingewöhnung benötigt, die ist aber langsamer wegen der wie gehabt weiten Stift-Wege und bietet zu wenig Platz für einige Slides. SpeedScript ist auch für Windows (Tablet PC/UMPC) erhältlich, man merkt der Version 1.7 Beta aber ihren Beta-status an (keine Großumschaltung, kein visuelles Feedback, träge Erkennung von Slides). Leider gibt es keine Vergrößerungsmöglichkeiten für Fingereingabe. Vorteil ist wie bei MessagEase, dass man beliebige Buchstabenkombinationen eingibt, daher z.B. auch für URLs und Eigennamen sowie Englisch/Deutsch gemischt geeignet und schnell. Nett sind auch viele Zusatzfunktionen wie Cut/Paste und Uppercase, Auto-Space mit nur einer Slide-Bewegung. Gut gefällt auch das ausgezeichnete Visuelle Feedback, die tatsächliche Eingabe wird an der Position eingeblendet. Hier sind einige Usererfahrung.

Genial ist die Möglichkeit, damit innerhalb der Overlaytastaur die Umlaute (ä,ü,ö) oder zusammengesetzte Vokale (ei, ie, eu, au, etc.) zusammenzustellen und dies alles auch mit Goßbuchstaben zu kombinieren (leider 2 Kästchen nach NE statt das freie Kästchen N zu nutzen). Doch trotz intensiver Übung erreichte ich mit Speedscript nur geringfügig höhere Geschwindigkeit als mit der Standardtastatur und es fielen mir diverse Hürden in dem vielversprechenden aber offenbar noch nicht ganz ausgereiften Konzept auf:

  • Slidelänge: Leider ist die Länge der Speedcript-Slides nicht anpassbar und man muss immer ein Nachbarkästchen treffen, was besonders bei den diagonalen Slides unnötig lang ist und präzise ausgeführt werden muss. Das verlangsamt die Slidebewegung ungemein! Die relativen Slides von Fitaly oder MessagEase sind da schneller und genauer, da man mit dem Auge schon wieder das nächste Zeichen anvisieren kann (zumindest wenn nur eine Slide-Länge vorbelegt ist). Im Wechsel zwischen den Programmen fällt der Geschwindigkeitsunterschied gravierend auf. Speedscript erkennt oft keinen zu kurzen Slide oder erzeugt einen Doppel-Vokal, weil man den Slide etwas zu lang gemacht hat. Das ist ärgerlich und unnötig. Slides in die Kästchen sind dann sinnvoll, wenn man mehrere Slide-Längen unterscheiden möchte - in Speedscript für die Doppelvokale "ee", "oo", "aa" sinvoll. Die sind aber so selten, dass man diese Möglichkeiten ohne große Einbußen zur Not auch weglassen kann - mehr würden Konsonantenkombinationen wie "en" und "er" bringen, dies sind im Deuschen und Englischen die häufigsten Bigramme. Diese langen Slides führen zudem sehr weit aus dem Zentralbereich der Tastatur (z.B. "Leer"). Unangenehmer weil häufiger ist der lange Slide aber für die Großumschaltung. Die Großumschaltung sollte besser auf die unbelegte Nordrichtung. Da das so offensichtlich ist, vermute ich, dass Nord und Nordwest für zukünftige Erweiterungen verplant sind.
  • Leerzeichen: Das Eingeben eines Slide-Leerzeichens nach dem letzten Buchstaben will bei mir trotz langer Übung nicht recht gelingen - da ich offenbar "silbenorientiert" denke und die eingeübten Strichzüge mal mit und mal ohne Leerzeichen nicht in diesen Rythmus fallen. Insgesamt ist hierfür erstaunlich viel Konzentration erforderlich - und ein versehentlich erzeugtes Leerzeichen kollidiert dann oft mit der folgenden Silbe oder der Eingabe eines Satzzeichens. Ich würde es hier begrüßen, wenn fehlerhaft eingefügte Leerzeichen effizienter zurückgenommen werden können. Denn auch das Einsetzen von vorgeschlagenen Wörtern erzeugt Leerzeichen, die man vor Satzzeichen umständlich löschen muss. Toll ist hier Tengo, wo dies automatisch erkannt wird. In Fitaly kann man dazu spezielle Slides definieren, die ein Backspace voranstellen. Diese Möglichkeiten fehlen Speedscript. Daneben würde mich mal interessieren, wie viel das im Vergleich bringt: Mit Space-Slide gegenüber ohne und stattdessen entweder durch Tippen auf das "AEIOU"-Feld ein Leerzeichen zu erhalten (das ginge etwas schneller als Sliden), oder, was wohl vorzuziehen ist, ein zusätzliches Feld zentral zu platzieren für Space, Backspace, ".", "," und andere häufige Satzzeichen. Vermutlich wird sich dann ein 4x6 Layout ergeben, auf dem dann auch die gegenwärtig im Vokal-Overlay versteckten Zeichen "j" und "y" Platz finden.

Sonstige Diskussionspunkte

  • Formfaktor: Leider nimmt der Tastenbereich in Bildmitte mehr Platz ein, als bei den Alternativen, während Platz am Bildrand verschenkt wird. Das 5 Zeilen-Layout hätte man offenbar auch 4-zeilig auslegen können. Dieser Formfaktor würde, per Zoom-Funktion, auch die Eingabe per Finger ermöglichen (und trotzdem oben noch einen kleinen Bildschirmbereich frei lassen).
  • Tastenanordnung: Vokale muss man doch noch häufig explizit eingeben, da sie auch am Wortanfang stehen können. Die häufigsten Tasten sind in der Praxis nicht bestimmte Buchstaben sondern Funktionstastem zum Korrigieren von Tippfehlern oder zum generellen Überarbeiten des Textes (Backspace, Undo, Delete Word, Space, Return), sowie Satzzeichen (". ", ", "), und anwendungsspezifische Sonderzeichen. Diese Zeichen liegen alle ungünstig. Das Tastenlayout scheint sich auch sonst nicht an der (deutschen?) Buchstaben-Häufigkeit bzw. Optimierung der Stiftwege zu orientieren. So liegen sehr häufige Buchstaben wie "N" und "D" links außen (und der sehr häufige "e"-Slide führt noch weiter nach links außen). Anmerkung: wurde in Version 1.7 verändert und "N" und "D" liegen nun zentral. Häufige Konsonantenfolgen wie "sch" oder "st" sind mühsam, diese sollten durch (programmierbare!) Specialslides abkürzbar sein. Etliche Vokal-Kombinationen sind ja eher unwahrscheinlich und könnten umdefiniert werden. Und die Slides nach oben und Nordwesten sind leider verschenkt. Hier wären Raum z.B. für ein generelles Backspace und ein häufiges Sonderzeichen oder Bigramm, sowie Makros und predictive Wortvervollständigung. Evtl. ließen sich auch frei belegbare Zusatztasten vorsehen. Die bislang unbelegte Sliderichtung Nordwest könnte man für solche Custom-Slides nutzen. Auch Die Satzzeichen sind häufiger als etliche Buchstaben, aber schlecht erreichbar. Dies alles verzögert die Eingabe in Speedscript und ist besonders frustrierend, da man dies nicht (wie in Fitaly) umdefinieren kann und die Standardtastatur mit ihren "Gesture"-Slides hier bereits (teilweise) überlegen ist.
  • Sliderichtung: Unklar ist mir auch die gewählte Zuordnung der Vokale zu den Richtungen. Ich kann bei meiner Handhaltung - ich stütze die rechte Hand, die den Stylus führt, mit dem linken Mittelfinger ab, während die linke Hand den PDA hält - die vertikalen Richtungen am besten (also nach Unten oder nach Oben). Das ist eine Bewegung nur aus den Fingern, ohne Handgelenkeinsatz. Die Speedscript-Entwickler gehen aber offenbar davon aus, dass Rechtshänder, Links unten und Rechts Oben am besten ihre Slides ausführen können und legen dorthin die häufigsten: "e" und "_". Ohne Handgelenkeinsatz gelingt das aber nur auf einem Tisch als stabilisierendem Untergrund - ich vermute daher, dass diese Slide-Zuordnung aus "theoretischen Überlegungen" stammt.
  • Zahlen: Verwunderlich ist bei diesem Drang zum Platzsparen, dass die Zahlen so viel Platz bekommen haben und noch zusätzliche Slides, die wohl kaum einer wirklich benutzen wird.
  • Optimales Layout: Zum Tastenlayout würde ich gerne mal Bewegungs- und Zeitberechnungen auf typischen Textdaten sehen (wie bei Fitaly), ich schätze da lässt sich noch einiges optimieren (insbesondere mit weiteren Konsonanten-Slides, siehe nachfolgend). Und man würde das Layout begeisterter lernen.
  • Fließende Overlays: Die Idee des mitfließenden Vokal-Overlay ist zunächst bestechend, in der Praxis aber irritierend komplex, da Silben nur maximal 3 Vokale enthalten können (bis auf sehr seltene ausnahmen wie "queue") nur eingeschränkt kombinierbar sind und einfacher in einem ruhenden Overlay-Tastenfeld ausgewählt werden könnten. Das würde auch weniger Platz benötigen, der insbesondere am unteren Bildschirmrand für einige Vokalkombinationen nicht ausreichend ist ("ii", "ee", "ie", "ei", "eo", "ea", "io"). Außerdem würde man dadurch auch Konsonanten-Slides in das Basis-Layout ermöglichen! Das Layout wäre so zu optimieren, dass möglichst viele häufige Trigramme mit einem Strich durchgezogen weren können ("ich", "ein", "und", "der",...). Daher ist es wichtig, unwahrscheinliche Overlay-Einblendungen wegzulassen. Insgesamt gibt es auf einem 9er Overlay-Feld 8 primäre Richtungsslides, denen 4*5+4*3 sekundäre Richtungssldes folgen können, ohne das 9er Feld zu verlassen. Man muss diese Möglichkeiten nur geeignet zuordnen. Leerzeichen (bzw. die Doppelvokale) könnte man z.b. auch sehr intuitiv durch das bislang nicht belegte Zurückbewegen erzeugen. Denkbar wäre auch die Kombination mit Unistroke-Varianten: Man beginnt auf der gewünschten Taste und der Stroke wird angefügt.
  • Dynamische Overlays: Dynamische Overlays könnten helfen, die jeweils 8 wahrscheinlichsten Folge-Zeichen zeichenspezifische und kontextsensitiv einzublenden, so dass man auch häufige Trigramme wie "ich", "ein", "und" mit einem durchgängigen Slide direkt auswählen kann. Die Buchstabenpositionen sollten dabei in etwa stabil sein (z.B. "s" wenn es existiert immer per West-Slide erreichbar. Es werden sich aber 2 bis 3 Varianten ergeben, die man sich merken muss). Neue User können sich an der eingeblendeten Overlay-Tastatur orientieren. Speed-User werden diese Einblendung aber schnell ausschalten. Jedenfalls sollte die Eingabe für geübte User ohne Visuelle Kontrolle möglich sein, da das ansonsten zu sehr verzögert.
  • Predictive Wortvervollständigung: In etlichen Situationen wird das beabsichtige Wort bereits früher richtig erraten und eine Direktauswahl könnte schneller sein, als sich durch die einzelnen Zeichen zu hangeln. Die Standard SIP-Wortverwollständigung erfordert aber zu lange Stiftwege, daher sollte man die möglichen Wortvervollständigungen nah an der jeweiligen Stiftposotion anzeigen, so dass man diese mit geringer Stiftbewegung anwählen kann. Man könnte nach Eingabe der Vokale die möglichen Wortvervollständigungen ggf. über der Anfangsbasis als Liste anzeigen (also innerhalb des Tippbereiches), so dass man direkt in den Auswahlbereich sliden kann.

Shark / Shapewriter

Erzeugt Worte aus Linienzügen über die Tastatur. Ein (geringer) Geschwindigkeitsvorteil entsteht durch die kontinuierliche Bewegung ohne Heben/Senken des Stiftes. Außerdem wird ein Leerzeichen generiert. Wesentlicher ist aber wohl die Fehlertoleranz durch den Pattern-Matching Algorithmus: Die Tasten müssen nicht unbedingt präziese getroffen werden, dadurch kann man den Stift schneller bewegen.

Allerdings kann man so nur der Datenbaasis bekannte Wörter eingeben, was einerseits limitiert, andererseits aber auch direkte Schreibkorrektur gestattet. Jedenfalls lässt sich problemlos zwischen Linien (mit Wörterbuchabgleich) und Tippen (ohne) umschalten. Diverse User loben diese Software für Fließtext (hier). Ich glaube allerdings ein wesentlicher Vorteil entsteht eher durch das kompakte ATOMIK-Layout als durch die Sliding Bewegung. Leider gibt es z.Zt. nur eine recht alte Version für Windows (SHARK, hier ein User-Bericht dazu) und mit englischem Wörterbuch, für PPC wird die aber vrstl. bald unter dem Label Shapewriter erscheinen.

Ob dieser Ansatz auch für die deutsche Sprache mit ihren vielen zusammengesetzten Wörtern geeignet ist, bleibt allerdings fraglich.

Dasur SlideIT

Ähnlich wie Shapewriter. Kann parallel Grafiti und Symbole erkennen.

TenGo

Fasst auf einem Querty Layout die Tasten zu Gruppen zusammen und generiert - dank eines Wörterbuchabgleichs - daraus Wortvorschläge ähnlich T9 auf Handys. Der Stift legt dadurch nur noch ausgesprochen kleine Wege zurück (wenige Milimeter). Tasteneingaben werden so zu Specht-artigem Getacker. Videos von TenGo zeigen Geschwindigkeiten um 80 WpM (350 Anschläge/Minute) - ich glaube aber nur für eingeübten Text, sonst geht das wohl kaum. In englischem Fließtext erreichte ich nach kürzester Eingewöhnungs-Zeit trotzdem überraschend hohe Geschwindigkeiten auf Real-Tastatur Niveau (um 60 WpM und ca. 30%schneller als mit der standardmäßigen virtuellen Tastatur). Durch den unmittelbaren Wörterbuchabgleich werden Tippfehler sofort erkannt und können korrigiert werden. Tengo kostet USD 24.95, "Language Packs" sind kostenlos und auch für die deutsche Sprache erhältlich. Umlaute werden automatisch erkannt und müssen nicht erfasst werden ("Tur" tippen wird zu "Tür").

Tengo gibt es auch als Daumenversion, damit kam ich mit meinen dicken Daumen aber nicht klar. Das scheint aber zunächst am Digitizer zu liegen. Die Fingerposition wird offenbar immer an der obersten Berührposition ermittelt, nicht im Zentrum gemittelt. So ist es recht schwierig die Tasten mit den Daumen zu treffen (iPhone läßt grüßen). Zweitens hat die Thumb-Version offenbar einen anderen (kleineren) Wortschatz - merkwürdig.

Schade, dass Tengo keine Sliding-Funktionen (z.B. für Backspace oder Uppercase) unterstützt. Buchstabieren - also für URLs und Namen - ist einfach über Durchsteichen der Buchstaben möglich. Sonderzeichen sind nur schlecht zu erreichen. Müssen viele Sonderzeichen erfasst werden, kann unter Umständen besser auf die Standard-Tastatur umgeschaltet werden.

Während Tengo mit englischen Texten recht gut klar kommt, patzt es häufig bei den zusammengesetzten Wörtern im Deutschen. So erkennt es zwar "Text" und "Erkennung" aber nicht "Texterkennung". Eine Logik für Zusammensetzungen fehlt offenbar. Man muss hier also den Puffer zurücksetzen, um den zweiten Teil zu tippen. Leider werden diese Begriffe dann nicht durch die Funktion "automatisch lernen" berücksichtigt - und bleiben unbekannt. Auch eine Texterkennung, die mehr als ein Wort umfasst, wäre insbesondere für kurze Wörter sehr hilfreich. "is" nach "this" hat eben eine höhere Wahrscheinlichkeit als "of". Das automatische lernen der Wortvervollständigung hat zur Folge, dass sich ständig die Reihenfolge der Vorschläge ändert. K.o. Kriterium ist aber das Editieren von bestehendem Text: Tengo kann nicht aus dem Wortumfeld lernen, nur mit der bisherigen Eingabe! Bewegt man den Cursor, muss man jedesmal den Eingabepuffer löschen - lästig.

Problem ist, dass man immer den Blick auf die generierten Wortvorschläge oben links halten muss, der Stift aber zur Enter Taste unten mittig geht. Stellt man dann fest, dass der erste Vorschlag nicht passt, sondern einer der anderen, muss man den Stift zurückbewegen. Besser wäre es, statt des Leerzeichens immer den Vorschlag anzuclicken, leider ist der aber immer sehr weit links und daher schlecht erreichbar. Es sollte also de wahrscheinlichste an zentraler Position angezeigt werden, um die Stiftbewegung zu reduzieren.

Leider muss man zur Korrektur ein Wort meist komplett neu eingeben. Besonders lästig ist das bei langen Wörtern. Das kommt im Deutschen auch häufig vor. Viele zusammengesetzte Wörter kennt Tengo nicht und man muss dann von vorne lostippen. Hier wäre ein Tip-n-Slide auf einen der ähnlichsten Wortvorschläge zur erweiterten Selektionhübsch. Viele Wörter, besonders längere, stehen zwar nicht in der Datenbank, trotzdem sollte klar sein, was gemeint ist: Die wahrscheinlichsten Wortvorschläge könnten über statistische Bi-,Tri-gramm und Silbenhäufigkeiten ermittelt werden.

AdapTex

Zusatztool für bessere Wortvorhersage. Läßt sich auch durch vorhande Texte auf das persönliche Vokabular trainieren. Das klappt auch gut, auch in Kombination mit z.B. SpeedScript, nur leider muss man das Programm explizit starten und es verbraucht 2 Zeilen Bildschirmfläche, daher muss man es dann auch wieder beenden. Das stört. Der Geschwindigkeitsgewinn ist bei Speedscript sehr gering, da man die Wörter so schnell tippen kann. Wenn das Wörterbuch aber gut trainiert ist und man etwas übt, könnte das aber eine unschlagbare Kombination sein. Mit WM6 wurde die Prediction der Wortvervollständigung aber deutlich verbessert, so dass für solch ein Tool im Grunde kein Bedarf besteht - sondern eher für eine bessere Integration, so dass Auge und Stift bei der Beobachtung und Selektion der Vorschläge nicht so weit vom Tastaturzentrum abweichen.

Fitaly

Fitaly, erhältlich für Palm, PPC, Maemo und TabletPCs definiert eine Tastenanordnung, die häufige Buchstaben zentraler positioniert. Dadurch hat der Stylus kürzere Wege, laut Fitaly Webseite liegt die Stiftbewegung nur bei etwa 30% gegenüber einer Querty Anordnung. Das neue Layout erfordert aber Lernaufwand - der sich schon nach wenigen Tagen lohnt, etwa 30% Geschwindigkeitsgewinn gegenüber Querty sind drin. Auch die Fehlerrate sinkt. Auf der Webseite von Fitaly gibt es dutzende Videos, in denen User sogar 350 Anschläge/Minute und mehr erreichen. Laut deren Wettbewerbs-Statistiken liegt der durchschnittliche User (der bei den Geschwindigkeistwettkäpfen teilnimmt und den eintrainierten Constest-Satz eingibt!) bei 59 Wörtern/min (WpM, entspricht etwa 280 Anschlägen/min) gegenüber 47 WpM mit der virtuellen Querty Tastatur, und erstaunlicherweise soll MesagEase nur rund 40 MpM erreichen - also gut zu wissen, dass sich das offenbar nicht lohnt. Bei dem Wettbewerb treten übrigens auch Knopftastaturen an, faszinierenderweise werde dabei, z.B. mit einem Palm Treo, Geschwindigkeiten bis 80 WpM erreicht.

Fitaly soll dabei auch gegenüber ATOMIK etwas schneller sein (allerdings ohne SHARK-Linienzüge, da Wörterbuch-basierte Systeme nicht zugelassen sind, daher ist auch Tengo nicht in den Statistiken). In diesem Vergleich der Stiftwege sieht man warum - für generellen Text soll lt. mathematischer Modelle von IBM aber das ATOMIK layout besser sein - allerdings nur in der 6-Eck-Wabenförmigen Version, die auf PDAs nicht formgerecht ist. Ausserdem wurde bei diesen theoretischen Überlegungen völlig übersehen, dass für Rechtshänder die NW-SO Diagonale nicht so präzise zu nutzen ist wie SW-NO.

Hinzu kommen in der seit 2006 verfügbaren Version von Fitaly definierbare Slides. So kann man in 8 Richtungen von jedem Buchstaben sliden und jeder Richtung + Slidedistanz eine Definition geben. So kann man das Konsonanten/Vokale-Konzept von Speedscript nachahmen und zugleich häufige Bigramme, Trigramme, häufige Wörter oder Redewendungen definieren, siehe Buchstabenverteilung und Tabelle für Deutsch, Englisch, Französisch. Mit einer geeigneten Systematik und etwas Eingewöhnung hat dieses Konzept viel Potenzial.

Allerdings ist das Fitaly-Layout nicht für Slides optimiert und da man die meisten "e" und "a" per Slide eingibt, könnten an der zentralen Position eher häufige Konsonanten stehen. Man könnte also durch Umsortieren der Buchstaben noch ein paar Prozente herausholen (so macht das Speedscript, leider mit ein paar Schwächen).

Für Englisch sind einige sinnvolle Slides vordefiniert und hier gibt es ein paar nette Vorschläge, allerdings fehlt eine wirkliche Systematik. Im Fitaly-Forum werden einige geeignete systematische Slide-Definitionen diskutiert.

Ich habe, angelehnt an Speedscript für alle Buchstaben folgende Vokal-Slides ausprobiert:

  • North: Uppercase
  • Nort east: + Leerzeichen
  • East: + u
  • South east: + o
  • South: + i
  • South west: + e (bei a,u,o -> ä,ü,ö)
  • West: + a
  • North west: custom (z.B. für ß)

Nach umfangreichen Test habe ich dabei festgestellt, dass die Slides auf diesem optimierten Layout nur wenig bringen, da eine Slidebewegung länger dauert als das Antippen. Da die Vokale bei Fitaly sehr zentral liegen wird auch kaum Stiftbewegung eingespart. Im Gegenteil bringt einen der Vokal-Slide eher nach außen, während das Antippen der Vokale eine eher in die Mitte bringt. Das gilt insbesondere für die zentralen: "e" und "Space" sowie "a" und "o". Einen kleinen Vorteil hat man bei den Slides für "i" und "u" bei den etwas entfernteren Buchstaben, also z.B. für "bi", der aber leider in diesem Fall nach außen gerichtet ist und den Weg vergrößert.

Bigramm-Slides lohnen sich daher nur für Randbuchstaben und sollten eher in Mittelrichtung definiert werden. Insgesamt bringen die Vokal-Slide vielleicht 5-10% Geschwindigkeitsgewinn.

Weiteres Potential haben Slides für häufige, aber schlecht erreichbare Bi- oder Trigramme (z.B. "zu", "is", "sch", "ist", "mir", "sie"). Da bereits 30 Wörter 31,8 % aller Wörter ausmachen (siehe Worthäufigkeiten), lohnt es sich, diese als Slides zu definieren. Allerdings fällt es schwer, hierfür eine geeignete Systematik zu finden. D.h. diejenigen Slides auszuwählen, die häufig auftreten, die größte Geschwindigkeitsteigerung erreichen, und die man sie sich gleichzeitig noch gut merken kann.

Auch für komplexere Silben- und Wortvervollständigungen habe ich die Slides ausprobiert. Da man hiermit durch eine Auswahl gleich mehrere Buchstaben eingibt, lohnt sich das. Leider sind aber die Auswahlmöglichkeiten nach unten durch das Ende des Bildschirms begrenzt, insbesondere für South (bei mir das "i"). Die Wahl der Vokal-Richtungen sollte daher für die häufigen lieber in die Richtung der größeren Bewegungsmöglichkeit fallen (north east und east). Da ich durch Speedscript aber an diese Vokalbelegung gewöhnt bin - und hoffe, dass die nächste Version die o.a. Schwächen behebt - scheue ich mich hier vor einer Umbelegung der Richtungen. Damit diese Belegungen nicht zu Lasten der Treffsicherheit für die schnell ausgeführten Vokal-Slides geht, muss man diese unbedingt, wie nachfolgend beschrieben, doppelt definieren. Insgesamt bin ich nicht sicher, ob es nicht besser ist, nur 2 Definitionen je Richtung zu behalten (und diese dafür schneller auswählen zu können):

  • North long: Auswahl von häufigen Wörtern
  • Nort east long: Custom (z.B. "sch")
  • East long: +ü
  • South east long: +ö
  • South long: + ie
  • South west long: + ei
  • West long: + ä
  • North west long: custom (z.B. "st")

Alternativen:

  • North west: + au
  • North east: + eu
  • + en oder + er (die häufigsten Bigramme in Deutsch+Englisch)

2 Slides, ein langer und ein kurzer, sind auch ohne visuelle Kontrolle zielsicher möglich. Man sollte dann allerdings die Slidelänge auf Minumum legen (10 Pixel) und die ersten beiden Einträge identisch wählen! Mehr Längenvarianten z.B. für "i", "ie", "in" lohnen sich nicht, da man diese nicht zielsicher trifft und auf die visuelle Auswahl angewiesen ist. Letztlich zeigte sich dann das direkte Tippen dieser Bigramme als schneller gegenüber der zu fummeligen Auswahl über Slides. Denn leider ist das visuelle Feeedback dafür untauglich, da die Auswahl oberhalb des Tastaturbereiches angezeigt wird und nicht dort, wo sich der Stift befindet! Dadurch muss das Auge zu viel springen und die genaue Auswahl fällt schwer.

Gutes visuelles Feedback erhält man jedenfalls nur für den North-Slide, da nur hier der Stift genau die auszuwählenden Wörter trifft. Auf den North-Slide kann man einige häufige Wörter definieren, für Vervollständigung von Silben dauert die Selektion aber zu lange und es wären auch viel zu viele Auswahlmöglichkteiten. In einer besseren Integration der Silbenvervollständigung mit einem treffsicheren und schnellen Visuellen Feedback liegt m.E. beträchtliches Potential.

Leider kann man nicht aus einem Uppercase-Slide in einen Vokal-Slide, so wie bei Speedscript. Das ist ein entscheidender Nachteil. Man kann sich behelfen, in dem man <Shift> zentral definiert (hab es auf der Leertaste mit Slide nach North) und die Definitionen für die Uppercase-Buchstaben kopiert - aber letztlich keine schöne Lösung.

Auf dem x51v muss man Fitaly im Main Memory installieren, sonst kommt es beim Umschalten zu anderen Eingabemethoden zu Hängern und erfordert Soft-Reset (Fitaly Version 4 und WM6 auf Axim x51v, installiert auf SD Card).

InScribe

Freeware Soft Keyboard für Tablet PC. Besonderheiten:

  • Anpassbares layout
  • Shapes
  • Scalierbare Größe und damit auch zur Fingerbedienung geeignet
  • Unterstützt leider nicht Ctrl und Alt (kann man durch Gesten ergänzen)

ZWKB

Freeware Soft Keyboard für Tablet PC.

  • http://www.freshnet8.com/
  • etwas träge und insgesamt nicht allzu überzeugend, aber immerhin scallierbar und mit Ctrl/Alt Keys

Fazit

In den Umsetzungsdetails haben leider alle Tools ihre Schwächen, so dass die Standard-Tastatur nach wie vor eine berücksichtigenswerte Alternative bildet. Muss man sich für ein Tool entscheiden, ist das anpassbare und sowohl für PPC als auch Tablets verfügbare Fitaly mein Favorit.

Ausblick

Am besten wäre wohl eine Mischung der jeweiligen Vorteile. Wörterbuch-basierte-Methoden sind potentiell schneller für Fließtext. Das Konzept von Tengo erlaubt die höchste Aschläge/Minute wegen der minimierten Wege. Für kurze Wörter bzw. unbekannte Wörter kostet die Mehrdeutigkeit und Auswahl aber zu viel Zeit. Hierzu wäre eine Kombination mit den Programmierbaren Slides von Fitaly und dem visuellen Feedback mit einer Overlaytastatur wie in SpeedScript toll. Die Wortvorschläge könnten durch Berücksichtigung des Satzkontextes erheblich treffender sein - und sollten in der Nähe des Stylus angezeigt werden, um diese Wege zu minimieren. Shapewriter hat mit seinen durchgehenden Linienzügen einen geniale Ansatz, vermutlich muss man den für die deutsche Sprache aber mit einer Zerlegung in Teil-Wörter bzw. Silben kombinieren. Viele Silben werden aber dennoch zu stark über den Tastenbereich springen und damit zu lang sein, um einerseits Mehrdeutigkeiten der durchzogenen Buchstabenkombinationen auszuschließen und andererseits schnell durchführbar zu sein. Erhebliches Potential könnte daher in der Kombination von Vokal- und Konsonanten-Slides mittels Overlay-Tastatur liegen, was der Silbenstruktur in Konsonanten-Kopf, Vokal-Kern und Konsonanten-Koda besser entspricht. So könnte man beispielsweise alle kürzer als 3 Slides innerhalb eines 9er Blocks (ausgehend von Konsonanten) als (Vokal-)Slide auf der Overlay Tastatur interpretieren und alle längeren oder rausführenden Slides auf dem Basislayout. Eine 6-Eck-Wabenform wird wohl - trotz der unvollständigen Platzausnutzung rechteckiger Bildschirme - besser geeignet sein für die optimale Unterstützung von Slides. Ein arkustisches Feedback, also z.B. Töne wie bei einer Telefontasttur für die Vokal-Slide Varianten, könnten die Behebung von Fehlern erheblich beschleunigen und die Lernphase vereinfachen.

Links

  • Roundup zu Texteingabe auf aximsite und ähnliches auf ppc-welt und JK blogs.
  • Wissenschaftliche Analyse von Menue Augmented Keyboards und Klassifikation der Eingabesysteme und zum optimalen Layout, dem Metropolis Keyboard.
  • Aufbau von Silben in Silbenkopf (Anfangskonsonanten, kann leer sein, dann heißt die Silbe "nackt"), Silbengipfel (immer ein Vokal bzw. Doppelvokal oder Diphtong, selten Triphthong) und Silbenkoda (Endkonsonanten, kann wiederum leer sein, d.h. "offen"). Ein obtimales Tastatur-Layout für eine Silbenbasierte Eingabe müsste die Buchstaben nicht nach ihrer Absoluten Häuigkeit anordnen, sondern nach ihr Häufigkeit als Silbenkopf.
  • Keyboard Layout und kommerzielles Produkt von Agiletext, basierend auf der Gruppierung von bestimmten Konsonanten und Vokalen.
  • QUONG - ein User hat das Atomik Layout optimiert und die Idee zu "HexInput" zkizziert - einige Zeichen doppelt anzuordenen erlaubt häufiger durchgängige Strichzüge

Stowaway Bluetooth Tastatur (4-Zeilig)

Mit dem Treiber 4.5 Deutsch funktioniert die Tastatur endlich akzeptabel: Nach dem Bluetooth-Pairing wird eine sichere Verbindung aufgebaut. Auch nach Aus-/Anschalten funktioniert das automatische Reconnect ohne spezielle Aktivierung - Tastatur aufklappen und lostippen reicht. Nach wenigen Tastaturanschlägen erscheinen Sie auf dem PDA. Allerdings wird ein eingehendes Shift für großbuchstabigen Satzanfang verschluckt. Nur nach einem Soft-Reset muss man neu Aktivieren - ein erneutes Pairing ist aber nicht erforderlich.

Grundsätzlich lässt sich mit der Tastatur angenehm und schnell schreiben. In Komfort und Tippgeschwindigkleit hält sie durchaus mit den höherwertigen Notebooktastaturen mit. Allerdings benötigt sie eine stabile Unterlage (Tisch). Tippen auf dem Schoß ist schwierig- und wohin dann mit dem PDA? Stellt man den in den integrierten Ständer, wird es zu wackelig. Und an den Außenbereichen hüpft die Tastatur beim Tippen (insbesondere Del und Enter), da sie nicht solide aufliegt. ThinkOutside hat ein neues, 5-zeilige "Sierra"-Version rausgebracht, die offenbar hier Verbesserungen bringt - allerdings immer noch nicht für einen Schoßbetrieb geeignet ist, siehe Review. Sie ist 3-fach faltbar und hat daher etwa gleiches Grundmaß aber deutlich dicker als die bisherige "Sonoma". Leider enthält auch diese Tastatur keinen Trackpoint, so dass man zum Navigieren immer auf eine zusätzliche Maus angewiesen ist, da der Wechsel zwischen Stift und Tastatur das Arbeiten ineffektiv macht. Störend sind auch die Korrektureinblendungen, die man zwar ausschalten kann, das ist aber wiederum umständlich.

Fazit: Die Bluetooth Tastatur eignet sich, um länger auf Emails zu antworten. Für spontane Eingaben ist das Handling aber zu umständlich. Für umfassendere Textbearbeitungen benötigt man eine zusätzliche Bluetooth Maus. Da viele Tasten ungewohnt sind (z.B. Zahlen nur über Fn-Taste) und die Textverarbeitungs-Software insgesamt an die Grenzen der PDA-Ressourcen stösst, bleibt es aber eine Notlösung, die man nur selten nutzt. Zumal der Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Soft-Keyboards wie Fitaly (mit etwas Übung) gering geworden ist.

Keysonic Tastatur

Keysonic stellt kleine Buetooth Tastaturen her, diese sind gegenüber der Falttastatur natürlich deutlich größer, funktionieren dafür aber auch gut auf dem Schoß. siehe Review.

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